Unser Waschtag

Die Waschküche – ein Symbol der Schweiz.

Lange bevor das WorldWideWeb uns zum Teilen animierte und verband, stiftete in der Schweiz die Gemeinschaftswaschküche schon lange zum Teilen an. Die Waschküche, hier müssen sich alle Nachbarn arrangieren. Dazugehörend der Waschküchenplan, ein diszipliniertes Instrument der Integration. Ein durchaus starres Schema. In unserer Hausgemeinschaft jedoch, Gott sei Dank, mit genügend Platz für Flexibilität. Hier können kurzfristig die Waschtage getauscht werden, oder ein Zwischenwaschgang wird eingelegt. Wenn es mal wieder ein Unglück mit den Kleinsten gab.

Dieser gemeinsam genutzte Raum bietet somit natürlich genug Möglichkeiten für Streitereien. Von daher ist es von unabdingbarer Wichtigkeit das die Regeln penibel eingehalten werden. Ansonsten würde hier das pure Chaos ausbrechen.

Toi toi, bis dato können wir auf eine sehr harmonische Waschküchenbenutzung zurückblicken. Das auch nur, weil wir eine super Hausgemeinschaft sind. Anderswo läuft es nicht ganz so harmonisch, das kann dann auch schon mal in Messerstechereien enden.

Die Regeln – die Waschküchenordnung

Hier werden die Waschzeiten der Mieter geregelt und wie sie den Ort des Geschehens vorschriftsmäßig benützen. Waschen kann hier jeder, was er will, solange man sich an die Grundregeln hält. Bei uns herrscht die Waschküchendiktatur. Will heißen, es wurde uns ein fester Wochentag und eine bestimmte Zeit zugeteilt. Nicht jedoch ohne nochmalige Rücksprache mit uns ob das in Ordnung sei.

Ein Punkt mit höchstem Stellenwert ist die Übergabe an den folgenden Benutzer der Waschküche. Besenrein und blitzeblank, so wie beim Betreten vorgefunden. Nirgends sonst hier im Mietshaus wird der Einzelne dermaßen in die Pflicht genommen, um das Einhalten der Ordnung zu garantieren.

Bei uns sehen die Regeln folgendermaßen aus: Alles wird nach der Benutzung geputzt. Die Waschmaschine, der Tumbler (Trockner) dazugehörend alle Siebe, die Tür und der Wasserbehälter. Der Entfeuchterbehälter wird entleert, der Boden gewischt mit anschließendem entsorgen der Fusel im Mülleimer.

Was einem so normal vorkommt muss doch in regelmäßigen Abständen in Erinnerung gerufen werden. Ansonsten wie oben schon erwähnt, bricht das pure Chaos aus.

Vorteile der Waschküche

Kein nassen Zimmerdecken mehr, wenn die Maschine ausläuft, kein schweres Tragen mehr beim Umzug, keine Lärmbelästigung beim schleudern…

… im Ernst, wir müssen nicht mehr überlegen wo wir denn die Waschmaschine in unserer Wohnung platzieren. Die Anschaffungskosten für eine eigene Maschine haben wir in etwas anderes investiert. Wir leben ein Stück nachhaltiger, da die Geräte geteilt werden und somit öfters im Einsatz sind. Die Mitbenutzung des Trockners, den wir uns selber nie angeschafft hätten. Endlich, oh endlich wird auch mal jedes Kleidungsstück im Schrank getragen. Und das Lieblingsteil werdet ihr euch fragen. Tja das muss dann, je nachdem, bis zu einer Woche warten, oder ich wasche es mit der Hand.

Seitdem wir keine Waschmaschine mehr unser eigen nennen, waschen wir bewusster. Sonst kam es schon vor, das die Waschmaschine nicht voll war oder eben nur das Lieblingsteil seinen Weg in die Maschine fand.

Was ist der Unterschied zu den Niederlanden?

In den Niederlanden ist die Gemeinschaftswaschküche so gar kein Thema. Jeder zählt zu seinem Haushalt eine Waschmaschine, oder wäscht bei Mama. Zu mindestens was wir in den 11 Jahren mitgekriegt haben. In den größeren Städten sind inzwischen Waschsalons sehr verbreitet. Wir hatten eine unsere eigene Waschmaschine in der Küche platziert, mit dem Umzug hatten wir diese jedoch verkauft. Du erinnerst dich? Umzug, schweres Tragen, das wollten wir uns ersparen.

So, das war er, der erste Beitrag zu unserem neuen Leben in der Schweiz. Hat es dir gefallen? Ist dir die Gemeinschaftswaschküche ein Begriff? Wie findest du das System?

So viele Fragen….

…ich freue mich auf regen Austausch.

Abschließen möchte ich mit einem Auszug aus dem Buch von Hugo Lötscher ´Der Waschküchenschlüssel´ Hier setzte er die Waschküche sinnbildlich für eine Schweiz, in der jeder alles waschen kann solange er sich an die Grundregeln hält.

«Der Waschküchenschlüssel ist in diesem Lande nicht einfach ein Gebrauchsgegenstand, welcher jenen Raum öffnet, den man Waschküche nennt und wo die Maschinen stehen, welche den Vorgang erleichtern, der ‚waschen‘ heißt. O nein. Der Waschküchenschlüssel erschließt hierzulande einen ganz anderen Bereich; er bietet Zugang zu Tieferem»

 

Viele liebe Grüße

Nadine

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